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Puh, eins direkt nach dem anderen und oftmals Mehreres gleichzeitig. Der Anruf ist beendet, da kommt mein Sohn mit einer Frage. Während das Teewasser kocht, erinnert mich ein Signalton an einen Termin. Mir schwirrt der Kopf.
Die Tage sind bei mir unterschiedlich. Viele sind gefüllt mit Begegnungen und Anforderungen. Manche haben mehr freie Zeiten, in denen ich tun kann, was ich möchte. Immer gilt: Eins nach dem anderen. Mit dem Ziel, den Kopf für das frei zu haben, was im Moment ansteht. Dazu mache ich eine Minute Pause zwischen zwei Ereignissen.
Eine Minute Pause klingt wenig. Wer dabei auf die Uhr schaut, spürt, dass eine Minute innehalten eine lange Zeit sein kann. Nach jeder Begegnung, Zuwendung zu einem Menschen oder Bearbeitung einer Aufgabe mache ich eine Minute Pause. Diese kurze Unterbrechung lässt mich das eine abschließen und gibt mir Zeit, frei zu sein für das Kommende.
So wie jetzt. Gerade habe ich ein Gespräch beendet. Für einen Moment bin ich in der Küche stehen geblieben, hab dem Gespräch nachgespürt. Dann habe ich mir einen Tee aufgegossen und sitze am PC – mit dieser bewussten kleinen Pause und einem tiefen Atemzug beginne ich, diese Zeilen zu schreiben. Wie wohltuend genau jetzt und hier zu sein, schreiben zu können, frei von dem, was vorher war.
Nachher werde ich noch ein Gespräch haben. Wenn es klingelt, werde ich erneut diese kurze Pause machen, bevor ich mich meinem Gesprächspartner zuwende. Auf dem Weg zu Tür werde ich langsam gehen – das Geschriebene hinter mir lassen und mich auf den Menschen einstellen, der da kommen wird. Es wird nicht genau eine Minute sein und mir doch das verschaffen, was ich brauche – einen freien Kopf für das, was ist.